SCHALL - UND WÄRMEDÄMMUNG

- Oder jetzt geht's George ans Innerste

Da wir ein Jahr mit George unterwegs sein werden, sollte er für den Trip gut vorbereitet sein und uns im Winter schön warmhalten sowie im Sommer die warmen Temperaturen so gut es geht draußen halten. Dafür soll er mit Armaflex gedämmt werden. Zusätzlich habe ich mich Entschlossen den Innenraum auch gegen die unglaubliche Geräuschkulisse zu schützen die George ausübt. Unterhaltungen scheinen nach dem Kauf ab 60 Km/h unmöglich zu sein. Dafür verwende ich Alubutyl. Hierzu eine Anmerkung: Armaflex hat auch Geräuschdämmende Eigenschaften. In vielen Foren wird hitzig darüber diskutiert ob Alubutyl überflüssig ist. Warum habe ich mich also dafür entschieden? Ich wollte einfach auf Nummer sicher gehen – Alubutyl weist hervorragende Schalldämmeigenschaften auf, warum also darauf vertrauen, das Armaflex den gleichen Effekt hat? Und zweitens, für mich ausschlaggebender: Alubutyl lässt sich einfacher entfernen als Armaflex. Wer einmal mit Armaflex gearbeitet hat und sich verklebt hat, der weiß was für ein höllischer Akt es ist, das Zeug wieder zu entfernen. Mit dem Alubutyl halte ich die Berührungspunkte so gering wie möglich. Aber auch hier gilt wie bei so vielen Sachen beim Camperbau: Für jedes Problem und jede Aufgabe gibt es mehrere Lösungen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Entscheiden muss jeder für sich selbst! Aber lasst uns mal schauen wie ich mit meiner Lösung zurechtgekommen bin

Das habe ich beutzt:

 

 

  • Heißluftföhn
  • Spachtel
  • Bremsenreiniger
  • Tuch
  • 8 m² Alubutyl
  • Cutter
  • Handschuhe
  • 12 m² Armaflex 19mm 
  • 2 Rollen Armaflex Isolation Tape

 

 

 

Schritt 1: Weg mit den Bitummatten

 

Kommen wir jetzt zu meiner absoluten Lieblingsbeschäftigung. Manchmal bin ich einfach Perfektionist. Dass am Dach Bitummatten gegen den Schall hängen stört mich gewaltig. Man könnte sagen es gibt gute Gründe die Matten durch Alubutyl zu ersetzen, entweder weil die Schallübertragung durch Alubutyl besser unterbunden wird, oder weil die Matten bei Hitze stinken und eventuell Gesundheitsschädlich sein können. Aber der eigentliche Grund ist für mich: ich möchte das alles gleich ist. Beim Rest ist Alubutyl, also kommt das da auch hin!

 

Was der Perfektionismus aus einem rausholen kann! Ich sitze 4 Tage hinten in George und entferne die Matten mit größter Mühe und vielem Fluchen. Ich benutze dazu einen Heißluftföhn und einen Spachtel, doch merke schnell, dass diese Matten, die durch einen Vorbesitzer eingeklebt worden sind ganz und gar nicht so einfach abgehen wie die aus dem Hause Landrover in der Tür. Ab gehen sie schon, hinterlassen aber einige Schichten Kleber die ich mit viel Geduld und einer Menge Bremsenreiniger entfernen muss.

Schritt 2: Rein mit dem Alubutyl

 

Als ich die nervige Aktion mit den Bitumenmatten hinter mich gebracht habe, ist es soweit: das Alubutyl kann eingeklebt werden. Ich freue mich wie Hulle, denn die Arbeit die man hier reinsteckt sieht man sofort. Auch hier gibt es mehrere Ansätze: ``Das Alubutyl soll vollflächig Verklebt werden wegen der Wirkung!´´ ``Das Alubutyl soll so wenig wie möglich verklebt werden wegen Gewicht und Preis!´´ Was nun? Bei meiner Recherche habe ich folgendes gefunden: Damit das Alubutyl Wirkung zeigt, sollten mindestens 40% der Fläche verklebt sein. Also entscheide ich mich für folgendes: Im Laderaum und über den Radkästen werde ich das Alubutyl vollflächig verkleben um eine möglichst Ebene Fläche für das Armaflex zu haben. Dabei spare ich die eingebauten Schienen aus, sodass die Alubutyloberfläche fast auf dem gleichen Niveau ist wie die Schienen. Am Dach und an den Seiten Dämme ich so viel, dass noch rund um das Alubutyl ein Streifen frei bleibt, an dem das Armaflex an der Dachhaut haften kann.

 

Die Stücke schneide ich mit einem Cutter zu. Das geht wirklich gut. Ein Tipp – nur um den Spruch zu bringen, den alle in den Blogs oder Videos bringen: ‚Achtung, die Kanten vom Alubutyl sind wirklich scharf, bitte zieht euch Handschuhe an wenn ihr das macht!‘ Stück für Stück beklebe ich George und am Ende bin ich sehr zufrieden! Der Innenraum sieht super aus. Doch wird sich das Alubutyl auch bei der Fahrt bewähren? Das tut es! Erstaunlich was man aus so etwas Alu rausholen kann. Still ist es trotzdem nicht – ein Defender bleibt nun mal ein Defender, aber Unterhalten geht viel besser!

Schritt 3: Armaflex on top

 

Im letzten Schritt bekommt die Alubutylhaut eine weitere Schicht: Das Armaflex. Armaflex kenne ich schon von dem Bootsausbau. Es handelt sich um eine Dämmung auf Kautschuk-Basis. Sie wird von vielen Ausbauern als Dämmstoff genommen, da sie unschlagbare Dämmwerte nachweisen kann. Wichtig: Es gibt drei verschiedene Armaflex-Arten: ACE, XG und AF. Bei AF handelt es sich um die teuerste Variante. Sie verfügt über eine Technologie, die Mikroben funktionsunfähig macht. Dafür Zahlt man jedoch rund 20€ mehr pro Karton. Armaflex XG besitzt die gleichen Dämmeigenschaften wie AF, nur ohne die besagte Technologie. Bei ACE handelt es sich um eine ältere Version, die schwächere Dämmeigenschaften vorweist. Deswegen: Aufpassen beim Bestellen! Meist wird das ältere ACE Produkt verschickt, obwohl man für nur 3 Euro mehr pro Karton das neuere XG Produkt erstehen kann. Das finde ich natürlich erst raus nachdem ich schon eine Rolle verklebt habe. Glücklicherweise habe ich erst den Boden gedämmt, die wichtigen Flächen, Dach und Seiten, kann ich dann mit XG verkleben. Ein weiterer Aspekt ist die dicke. Ich habe einige Leute gesehen, die 9mm im Innenraum verwenden. Der andere Teil nimmt 19mm. So ganz bin ich noch nicht dahinter gekommen wie viel die 10mm an Dämmung ausmachen, doch ich möchte auf Nummer sicher gehen und wähle die 19mm. Wenn wir 1 Jahr in George verbringen wollen, soll er auch gut gedämmt sein. 1cm hin oder her.

 

Die Rolle lässt sich gut schneiden. Hierbei schneide ich das Armaflex mit einem Cutter leicht an, dann schneide ich die Flächen mit einem Küchenmesser durch. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass sich mit einem Messer geradere Schnittkanten schneiden lassen, als nur mit einem Cutter, der die Dämmatte eher zerfetzt. Beim Verkleben habe ich auch eine Methode entwickelt. Nimmt man die Schutzfolie im Voraus komplett von der Klebefläche und versucht dann das Armaflex in Position zu kleben, so klebt das Zeug vorher schon an manchen Ecken und lässt sich so nicht richtig verkleben. Ich mache es so: eine Seite um ca. 1cm vom Klebestreifen lösen, dann das Armaflex in Position bringen und dann Stück für Stück die Folie herausziehen. So ist von Anfang an die Richtige Position gegeben. An den Stellen, an denen die Bodenplatte verschraubt werden soll, steche ich mit einem Kuli durch das Armaflex und lege so ein Loch für die Schrauben frei. So Dämme ich den Innenraum und färbe in Schwarz, bis George komplett gedämmt ist.

Am Ende überklebe ich die weißen Streben noch mit Armaflex Isolation Tape. Erst war ich mir unschlüssig ob das überhaupt nötig ist, doch unsere erste Nacht in Hamburg hat gezeigt, dass sich dort sehr viel Kondensat sammelt. Also werden auch die Streben fein säuberlich eingepackt.

Nun ist George komplett Schall- und Wärmegedämmt und bereit für den nächsten Schritt - die Bodenplatte.

Kommentare: 2
  • #2

    Fremdelaenderimdefender (Mittwoch, 26 August 2020 18:35)

    Hi Leon! Schön zu hören, dass dir unser Blog gefällt! Wir freuen uns natürlich sehr über das positives Fedback!

    Grüße, Alex

  • #1

    Leon (Sonntag, 19 Juli 2020 17:22)

    Sehr gut geschriebener und informativer Beitrag. Alles kurz und knackig.

    Euer Blog hat übrigens eine wunderbare Oberfläche.

    Grüße aus Hessen