innenausbau

- Oder die Anotomie  von unserem Begleiter

Es war besonders schwierig zu überlegen, wie ich euch am besten beschreibe, was alles im Innenraum passiert ist. Ich denke, die beste Möglichkeit ist, euch zuerst die Grundidee zu erklären, anschließend auf die einzelnen Arbeitsschritte einzugehen und dann im Gesamten nochmal die einzelnen Verbindungen zu beschreiben.

Das habe ich beutzt:

 

 

  • Holz Multiplex Birke 9mm - 18mm
  • Parkettlack
  • Kreissäge
  • Stichsäge
  • Rundbohrer
  • Akkuschrauber
  • Konturenlehre
  • Pappe für Schablonen
  • Kantenumleimer
  • Dekasyl MS-2
  • Nägelchen
  • Senkaufsatz für den Bohrer
  • Parkettlack klar
  • Schrauben 3x12
  • Schrauben 4x12
  • Schrauben 4x16
  • Schrauben 4x30
  • Schrauben 4x40
  • Kofferecken
  • Spanplattenwinkel
  • Stuhwinkel
  • Klavierband
  • Holzleim
  • 105-Grad Bithalter

Grundidee

 

Die Grundidee von unserem Ausbau basiert zum einen darauf, die größtmögliche Schlaffläche zu schaffen und gleichzeitig so viel Stauraum wie möglich zu erhalten. Darüber hinaus wollen wir auf jeden Fall eine Küchenzeile in George integrieren. Als Grundkonzept dient uns der Ausbau von Phil und Caro von The Sunnyside. Die Beiden haben den klassischen Defenderausbau mit einer Küchen-/Stauraumzeile auf dem linken Radkasten und einer Sitzfläche, die sich zu einer Schlaffläche umklappen lässt, auf dem rechten Radkasten. Diesen haben die beiden weiter optimiert, wodurch das Maximale an Wohnraum aus einem Defender heraus geholt wird.

Dieses Konzept haben wir an einen Defender HT angepasst und für unsere Zwecke weiterentwickelt. So haben wir uns zum Beispiel entschlossen einen zusätzlich Schrank einzubauen. 

Das schwierigste Thema bei der Planung des Ausbaus ist die Kühlbox. Eine Kompressorkühlbox ist ziemlich groß. Entweder sie schränkt dich in der Breite der Liegefläche ein, wenn man sie seitlich auf dem Radkasten positioniert, oder in der Höhe, wenn sie unter dem Ausbau versteckt werden soll. Wir wollten von Anfang an so viel Liegefläche wie möglich, also gibt die Box die Höhe des Ausbaus vor. Dieser Gedanke kommt mir allerdings erst, nachdem ich schon eine Box günstig auf Kleinanzeigen geschossen habe. Mist. Also bleibt mir nix anderes übrig als die Box wieder zu verkaufen und nach der kleinstmöglichen Box zu suchen, die gleichzeitig genug Fassungsvermögen bietet. Schließlich finde ich eine Engel MRFT-515A-G3, die eine Höhe von 34,5cm hat. Dadurch erreichen wir eine Liegehöhe von 35cm + 0,12cm Stärke der Liegefläche + 8cm Matratzenhöhe. Insgesamt jedoch so hoch, dass ich mich trotz Schräge bei der Sitzfläche immer noch etwas bücken muss – schade, aber verkraftbar.

 

Übrigens: In dem Artikel Endergebnis habe ich euch zwei Zeichnungen von dem Aufbau mit Maßen hochgeladen, falls ihr an Zahlen interessiert seid.

Arbeitsschritte

 

Der Ausbau besteht aus Multiplex Birke in den Stärken von 9mm – 18mm. Dabei haben wir nur in den seltensten Fällen 9mm verwendet (für die Verkleidung der Standheizung), 12mm kamen eigentlich bei allen horizontalen Flächen zum Einsatz. Bei den Vertikalen habe wir uns für 15mm oder 18mm entschieden – je nach Belastung. Das Holz haben wir im Baumarkt besorgt und dort so gut wie möglich zuschneiden lassen. Ausschnitte, die der Baumarkt nicht machen konnte, haben wir größtenteils selbst mit Hilfe von Kreis- und Stichsäge sowie Bohrern angefertigt. Alles, was dann noch über unsere Fähigkeit (meisten lag es am unpassenden Werkzeug) hinaus ging, haben wir beim Schreiner machen lassen. Dabei ging es meistens um Lochbohrungen verschiedener Größe. Das Holz wurde demnach zunächst zugeschnitten, anschließend mit Parkettlack versehen und daraufhin im Innenraum befestigt.

Standheizung

 

Ich habe mich bei der Standheizung für die bewehrte Webasto STC 2000 Diesel entschieden, da ich im Internet eine wirklich günstige, nahe zu unbenutzte, gebrauchte gefunden habe. Wenn ihr ein vergleichbares Produkt sucht, das neu nicht so teuer ist, empfehle ich euch eine Planar anzulegen. Diese ist baugleich mit der Webasto Standheizung, kostet jedoch die Hälfte. Die Heizung habe ich rechts nahe der Trennwand plaziert, damit sie nicht mitten im Raum liegt. Außerdem gibt es hier einen Ausschnitt in der Trennwand, der sich hervorragend eignet damit die Heizung Luft ansaugen kann. In der Anleitung der Standheizung befindet sich eine Bohrschablone, mit dessen Hilfe ich die Löcher für die Anschlüsse bohren konnte. Die Heizung selber zu montieren habe ich mich dann doch nicht getraut und dies in unserer Werkstatt des Vertrauens machen lassen.

Für die Rohre der Standheizung haben wir im Voraus die Löcher mit einem Rundbohrer in das Holz des Ausbaus gebohrt. Das Rohr, das durch das Klamottenfach führt, haben wir zusätzlich mit zwei 9mm Brettern verkleidet, da diese bei Belastung scheinbar gerne einknicken.

Randstücke

 

Um die geschwungene Linie der Eckstücke in Holz bilden zu können, haben wir uns eine Konturenschablone (Auch Konturenlehre genannt) bestellt und an den Ecken angesetzt. Mit deren Hilfe war es ein leichtes Schablonen für das Holz zu erstellen. Mit den Schablonen haben wir zunächst die Stellen geprüft und die Form dann auf ein Holzbrett übertragen. Dieses haben wir anschließend mit der Stichsäge und Schleifpapier bearbeitet.

Küchenzeile

 

Die Küchenzeile haben wir im Baumarkt gefunden. Es handelt sich um eine Pressspahnplatte. Nachdem wir uns für die Position des Waschbeckens entschieden haben, haben wir diese aufgezeichnet und das Loch mit einer Stichsäge ausgeschnitten. Für den Wasserhahn haben wir mit zwei Rundbohrern eine Vorrichtung erstellt. Befestigt und abgedichtet haben wir die einzelnen Elemente dann mit Dekasyl MS-2 Kleber. Im letzten Schritt haben wir die Eckseiten, die nicht verkleidet sind mit Kantenumleimer versehen. Für die Schläuche, die vom Waschbecken in die Wassertanks führen, haben wir wie bei der Standheizung im Voraus die Löcher mit einem Rundbohrer in das Holz des Ausbaus gebohrt.

Schrank

 

Der Schrank ist mit Hilfe von Schablonen entstanden. Um das Armaflex an der Rückwand zu schützen haben wir eine 3mm Spahnplatte auf der einen Seite vernagelt und auf der anderen Seite mit Holzleim verklebt.

Polster & Gardienen

 

Die Polster haben wir bei Blank-Raumausstattungen machen lassen. Sascha ist ein Bekannter von Eileen und hat ganze Arbeit geleistet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Matratzen sind auf unsere Maße zugeschnitten und mit grauem Stoff, der farblich zu George passt überzogen. Das Material besteht aus PUR-Schaum RG35 SH50 in einer Stärke von 8cm.

 

Die Gardienen haben wir bei IKEA gekauft und anschließend zuschneiden lassen. Befestigt haben wir die einzelnen Abschnitte mit Hilfe von einem weißen Vorhangdraht der mit Hilfe von Schrauben an der innenliegenden Dachrinne befestigt haben. Ich bin froh, dass wir uns für Vorhänge entschieden haben, die sich aufschieben lassen, denn das Ergebnis schafft ein gemütliches Raumgefühl.

Verbindungen

 

Für die Befestigung der Hölzer haben wir verschiedene Winkelarten verwendet. Konnten drei Ebenen verschraubt werden, haben wir kleine Kofferecken zweckentfremdet und von Innen als Dreifachwinkel eingesetzt. Verschraubt haben wir das Ganze mit 3x12 Schrauben.

Überall, wo nicht drei Ebenen vorhanden waren, haben wir aus optischen Gründen Spanplattenwinkel verschraubt. Diese haben wir entweder mit 4x16 oder mit 4x12 Schrauben befestigt je nach Dicke des Holzes.

Für die Regalbretter im Schrank haben wir Stuhlwinkel benutzt.

Zusätzlich haben wir bestimmte Bretter verleimt oder in der oberen Ecke verschraubt (4x30/4x40).

Für die Beweglichkeit der Fächer haben wir uns Klavierband besorgt und dieses auf die Länge der Fächer zugeschnitten.

Ein Werkzeug, das zum Ende unbedingt noch erwähnt werden muss, ist der 105 Gradwinkel Bithalter, ohne den wir die meisten Sachen einfach nicht verschraubt bekommen hätten.

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