Die Fenster

- Oder es werde Sicht!

Bei George handelt es sich um die Hardtop Version des Defenders. Das heißt für uns: Hinten befindet sich statt weitern Türen und einer zusätzlichen Sitzreihe eine Ladefläche und lässt somit Spielraum für die Campergestaltung. Von Anfang an war klar: George bekommt zusätzliche Fenster – Morgens beim Aufwachen auf die wunderschöne Natur draußen blicken zu können, darauf wollen wir nicht verzichten. Nur welche und wie viele? Bei der Recherche im Internet bekommt man sehr viele verschiedene Antworten und Möglichkeiten aufgezeigt: Zwei, drei, vier; getönt; Schiebe- oder klappbare Fenster. Aber eigentlich gibt es hauptsächlich zwei Typen: die originalen Fenstergrößen und etwas schmalere. Für mich ist die Entscheidung von Anfang an klar: mir gefallen die schmaleren Fenster überhaupt nicht! Deswegen sind es originale Defenderfenster geworden. Nicht neu, sondern gebrauchte Fenster, die ein Vorbesitzer ausgebaut hat. Diese habe ich günstig bei e-bay Kleinanzeigen erstanden. Etwas Respekt habe ich natürlich schon vor der Aktion die Fenster selbst einzubauen, aber natürlich ist die Überzeugung, dass ich es schaffe und dabei etwas lerne größer.

Das habe ich beutzt:

 

 

  • Fenster (e-bay Kleinanzeigen)
  • Bohrer
  • Heißluftföhn
  • Spachtel
  • Bremsenreiniger und Mikrofasertuch
  • Pappe als Schablone
  • Edding
  • Stichsäge
  • Tape
  • Schleifpapier
  • Bantho Korrux
  • Kartuschenpistole
  • Dekalin Dekasyl MS-5 schwa
  • Alte Holzleisten
  • Schrauben
  • Spanngurte

 Schritt 1: Position der Fenster

 

Als ich endlich passende Fenster gefunden habe, kommt eine sehr schwierige Frage direkt zu Beginn auf uns zu: Wohin mit den Fenstern? Die Überlegung benötigt einiges an Gehirnschmalz. Da jede Position und jede Fensterart wohl seine Vorteile hat, möchte ich euch verraten, warum wir uns für diese Position entschieden haben.

 

Zum einen war es uns wichtig, dass wir morgens aus dem Fenster schauen können. Wir werden mit dem Kopf in Richtung Fahrerkabine schlafen. Der zweite Punkt hat weniger mit der Innenraumgestaltung zu tun, mehr mit dem Fahren. Als kein Fenster da war, fiel das Umsehen an Kreuzungen extrem schwer, auch weil George ein Rechtslenker ist. Das soll sich mit den Fenstern ändern. Nun haben wir endlich mehr Sicht beim Fahren und dadurch auch mehr Sicherheit. Der letzte Punkt für die Entscheidung der Fensterposition ist, dass wir an George außen Sandbleche und Kanister anbringen möchten und dazu hinter dem Fenster genügend Platz benötigen.

 

 

Schritt 2: Schablone

 

Bevor es richtig losgehen kann, muss erstmal die Position richtig markiert werden. Dazu schneide ich mir eine Schablone des Fensters aus einem Karton. Wichtig ist es zu markieren, wo oben, unten, rechts und links ist, da die Eckrundungen des Fensters oben sowie unten unterschiedlich sind. Mit dem Ausschnitt kann ich auch direkt überprüfen, ob das Fenster passt, tolle Sache. Die Schablone klebe ich anschließend an George, wobei ich den Abstand sowohl außen als auch innen genau messe, um zu verhindern, dass das Fenster an einer Stelle sitzt die man ungerne zerschneiden möchte, wie die Streben.

Schritt 3: Vertikale Holme entfernen

 

Im Inneren befinden sich vertikale Holme für die Aussteifung des Hardtops. Diese tragen keine Last, sondern verhindern, dass das Aluminiumblech zu arg schwingt. Diese Aufgabe wird ab sofort das Fenster übernehmen. Somit kann und muss ich den mittleren Holm abnehmen. Das geht einfacher als gedacht. Er ist oben und unten mit Nieten befestigt und mittig mit dem Blech verklebt. Als erstes löse ich die Nieten, indem ich sie mit dem passenden Bohrer aufschraube. Anschließend erhitze ich den Holm mit einem Heißluftföhn, wodurch sich dieser leicht lösen lässt. Mit Bremsenreiniger und einem Spachtel entferne ich anschließend die Überreste und der Arbeitsschritt ist geschafft.

Schritt 4: Es wird ernst

 

Jetzt führt kein Weg mehr vorbei – Ich mache mich daran George aufzuschneiden. Vorher markiere ich mir die Ausschnitte mit einem schwarzen Edding, überklebe die Markierung mit Kreppband und mache mir eine erneute Markierung des Ausschnitts mit Edding. Das Kreppband soll vorbeugen, dass beim Schneiden der Lack der Außenhaut von der Stichsäge zerkratzt wird.

Und dann geht es los: Ich bohre jeweils in den Eintrittspunkten der runden Ecken Löcher und setze dort die Stichsäge an. Vorher habe ich einmal mittig einen kurzen Schnitt geprobt - das hat gut funktioniert. Also einmal tief einatmen und los geht es! Es funktioniert erstaunlich gut. Ein, zwei Korrekturschnitte muss ich zwar machen, damit die Fenster auch etwas Luft haben (das ist wichtig wenn das Alu sich in der Hitze ausdehnt) und ein Sägeblatt muss in einer Rundung dran glauben, aber ich habe anschließend tatsächlich zwei Löcher in George, in die die Fenster passen – was ein euphorischer Moment!

Schritt 5: Vorbereitung für das einkleben

 

Obwohl die Karosserie aus Alu besteht und nicht rosten kann, entschließe ich mich trotzdem die offenen Stellen zu schützen – Sicherheit geht in dem Punkt vor. Zuerst schleife ich die Schnittkanten mit Schleifpapier, die noch mit dem restlichen Kreppband abgeklebt sind und pinsle sie dann mit Bantho Kurrux an, ein schwarzer Schutzlack der Lack sowie Korrosionsschutz in einem ist und lasse es einen Tag gut trocknen.

Schritt 6: Fenster einkleben

 

Zum einkleben des Fensters habe ich mir einige Tricks aus dem Internet abgeschaut und bastle mir als erstes aus Holzresten eine Unterkonstruktion für die Spanngurte, mit denen die Fenster in das Loch gedrückt werden sollen. Beim Kleber habe ich mich für Dekalin Dekasyl MS-5 schwarz entschieden. Ich habe einige Berichte gelesen, in denen das Produkt empfohlen wird. Gut daran ist, dass es sich um Kleber und Abdichtung zu gleich handelt. Mit einer Kartuschenpistole verteile ich den Kleber gleichmäßig um das Fenster, drücke das Fenster in das Loch und befestige mit Eileen die Unterkonstruktion unter den vorbereiteten Spanngurten. Anschließend wird angezogen. Hier möchte ich anmerken, dass es sich lohnt zwar genug Kleber anzubringen, es muss jedoch nicht übertrieben werden, denn sonst quillt der Kleber nach draußen und kann wegen der Unterkonstruktion eventuell nicht ausreichend verstrichen werden. Das Problem hatte ich beim ersten Fenster, deswegen Achtung, wer sich mühseliges Entfernen ersparen möchte. Den Kleber lasse ich über Nacht trocknen und nehme alles am nächsten Tag ab. Wird es halten? Das tut es! Ich bin sehr erleichtert.

 

Damit das Fenster abschließend gleichmäßig abgedichtet ist, muss an manchen Stellen noch eine zweite Lage Decasyl eingefügt oder entfernt werden, wenn zum Beispiel zu viel Kleber unkontrolliert nach Außen gedrückt wurde. Das Entfernen ist mühsam und ich behelfe mir mit Bremsenreiniger, um im zweiten Schritt noch einmal mit Decasyl um das Fenster zu gehen. Ich streiche mit dem Finger die Dichtmasse in Form. Auch dieser Schritt ist aufwendig und mühsam. Bestimmt gibt es noch bessere Methoden ein einheitliches Außenbild zu bekommen, aber am Ende bin ich sehr zufrieden! Hier und da könnte es genauer sein, aber im Gesamtbild sehen die Fenster klasse aus!

Schritt 7: Der Wassertest

 

Gut aussehen das ist die halbe Miete, aber wie ist es mit der Dichtheit? Ich vertraue da voll auf meine Erfahrung im Fenstereinbauen die ich nicht habe und bin zuversichtlich. Der erste Test erfolgt mit Leitungswasser aus Flaschen – es funktioniert! Kein Wasser im Innenraum. Ich bin sichtlich erleichtert. Später testen wir die Fenster noch an der Waschstation der Tankstelle und mit Regenwasser aus der Gieskanne. Alle Tests bestehen die Fenster mit Bravour. Was für ein großartiger Erfolg!

Das Einbauen war komplex in seinen Einzelschritten, aber hat dadurch auch großen Spaß gemacht. Vor allem, wenn direkt ein solch ersichtlicher Erfolg eintritt! Ich bin gespannt wie das bei anderen Herausforderungen beim Ausbau aussieht. Wir werden sehen!

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